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Der Ochsenweg – Heerweg

Der historische Ochsenweg, in Dänemark Hærvejen ( Heerweg ) genannt ist der älteste Landweg im Norden Europas. Neue Forschungen haben ergeben, dass der "Alte Ochsenweg" viel älter ist, als bisher vermutet. Seine Funktion reicht bis in das 2. vorchristliche Jahrtausend zurück. Die Route führte von Viborg durch Schleswig-Holstein nach Hamburg. Seinen deutschen Namen erhielt er durch den Viehtrieb. Einst wurden in jedem Frühjahr bis zu 50.000 Ochsen Richtung Süden getrieben. Doch nicht nur Viehhändler, sondern auch Reisende, Handwerksleute, Pilger, Wikinger, Soldaten, Könige und Bettler reisten auf dem Ochsenweg. Somit war er die wichtigste Verkehrsverbindung zwischen Dänemark und Deutschland. Für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Schleswig-Holsteins war der Ochsenweg von großer Bedeutung. Das Reisen wurde außerordentlich erleichtert, als im 17. Jh. die Postkutschen in regelmäßigen Abständen zwischen Deutschland und Dänemark auf dem Ochsenweg fuhren. Der alte Handelsweg wurde bereits in der Bronzezeit für das Handwerk genutzt. Wichtige Rohstoffe fanden so von Süd- und Mitteldeutschland ihren Weg gen Norden. Auch die Pilger des Mittelalters benutzten den Ochsenweg als Zubringer, um die Pilgerstätten zu erreichen. So ist beispielsweise eine Teilstrecke des Jakobsweges, von Rendsburg über Itzehoe, Stade nach Bremen weitgehend übereinstimmend mit dem Ochsenweg. Viele größere schleswig-holsteinische Städte liegen entlang des historischen Weges. Heute ist der Ochsenweg ein Völker verbindendes Symbol zwischen Deutschland und Dänemark. Im Gegensatz zu Dänemark, wo 2/3 des Heerwegs erhalten blieb, hat Schleswig-Holstein leider nur noch ca. 10% des historischen Handelswegs in Form alter Trassen bewahrt. Er weist neben viel Heidecharakter, auch Moore, Flussniederungen, eiszeitliche Seen- und Hügellandschaften auf. Wir haben das große Glück, in der Nähe eines dieser erhaltenen Landschaften zu leben. Vom Kropper Busch bis Sorgbrück erstrecken sich verbliebenen Trassen, die teilweise aus einem Geflecht von nebeneinander herlaufenden Wegen besteht. An dessen Rändern und zum Teil dazwischen erstreckt sich eine wunderschöne Heidelandschaft. Dieser idyllische Pfad ist auf beiden Seiten von Wald und Wiesen eingerahmt. Auf den Spaziergängen wird man in eine andere Zeit versetzt. So kann es durchaus sein, dass außer Reitern auf prächtigen Rössern auch Pferdekutschen den Weg kreuzen. Durch einen Trecker oder ein anderes Fahrzeug wird man dann wieder in die Gegenwart zurückgeholt. Auf dem Weg kann der Wanderer auf Holzbänken oder in einer Schutzhütte am Hörnerplatz etwas ausruhen. Die "Hörnerplätze", zeichnen sich durch das "Ochsenweg-Symbol" aus, welches von den beiden Künstlern Thomas Jaspert und Michael Harder geschaffen wurden. Dieses Symbol besteht aus zwei über 2 m großen, schwarzen und gekreuzten Hörnern, die mitten auf einer runden Erhöhung stehen. An anderen Stellen entdeckt man hölzerne Ochsen oder Pferde. Leider gibt es Vandalen, die scheinbar Spaß daran finden, diese handgearbeiteten Werke immer wieder zu beschädigen. Aber von solchen Ignoranten lassen wir uns die Schönheit dieser Landschaft nicht verderben. Ich wünsche allen viel Spaß und schönes Wetter.
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